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Episoden aus der Geschichte des Südens von Ontario

Was Naturfreunde ins Ferienhaus Kanada lockt

Die Gegend von Colchester - dies ist der Ortsteil von Harrow, in dem unser Ferienhaus liegt, hat eine langjährige Tradition als Ferienziel. Früher gab es am Eriesee eine Vielzahl von Cottages, kleinen Häuschen, die nicht winterfest waren und im Sommer als Ferienziel dienten. Heute sind die Ansprüche gestiegen und die Mehrzahl dieser Cottages sind in "Häuser" umgebaut worden. Dennoch werden eine ganze Reihe von ihnen nur im Sommer oder an Wochenenden bewohnt. In der Nähe von unserem Ferienhaus - ca 1 km entfernt - befindet sich noch eine solche abgeschlossene Cottagesiedlung. Zu den Cottageurlauber in Colchester, die später Berühmtheit erlangt haben, gehört der derzeitige kanadische Premierminister Paul Martin, der als Junge im Jahre 1946 hier seine Ferien verbracht hat. Dieses Detail ist zwar eher  für Feriengäste aus Kanada von Bedeutung, doch gibt es genügend andere Dinge, die für den Kanadier selbstverständlich sind, die aber dafür das Interesse des Besuchers aus Europa gewinnen können.

Wein aus Kanada

Ungläubig habe ich den Kopf geschüttelt als mir bei meinem ersten Besuch in Kanada heimischer Wein angeboten wurde. Damals, vor über 30 Jahren, war meine Skepsis berechtigt. Der saure Rebensaft der siebziger Jahre ist aus den Regalen verschwunden und man findet jetzt vom Tafelwein bis zum prämierten Gewächs einheimische Erzeugnisse. Bei jedem Besuch im Süden von Ontario staune ich darüber wie sich die Weinanbauflächen vergrößern und neue Weingüter entstehen. Doch wer daraus schließt, dass der Weinanbau eine neue Errungenschaft ist, der täuscht sich.

Auf Pelee Island, einer Insel im Eriesee wurde der Weinbau bereits im Jahre 1870 begonnen. Zeitweise gab es 40 Familien, die Wein herstellten. Dabei waren es nicht europäische Auswanderer aus Italien oder Frankreich, die diese Gegend für den Weinanbau entdeckten, es war ein Visionär namens Smith, der aus Kentucky kam und den Weinanbau begann. Heute ist die Geschäftsführung der renommierten Pelee Island Winery in deutscher Hand. Mit modernsten Kellertechniken wird dort  ein qualitativ hochstehender Wein erzeugt, dessen Spitzengewächse auch europäische Kenner überzeugen. Die Kellergebäude und Verkaufsräume befinden sich in Kingsville, ungefähr 17 km von unserem Ferienhaus entfernt. Die Rebstöcke stehen aber noch immer auf Pelee Island. Weinbauregionen messen die durchschnittliche Anzahl der Sonnenstunden in der Vegetationszeit, um Aufschluss über die Eignung zum Weinbau zu erhalten. Hier braucht sich der Süden von Ontario nicht hinter den bedeutenden Lagen von Frankreich zu verstecken. Von diesen besonderen klimatischen Verhältnissen profitiert aber nicht nur der Wein, sondern auch der Urlauber.

TIP: Wein aus Kanada ist ein originelles Mitbringsel aus dem Urlaub.

 

Ahornsirup - Maple Syrup

Kaum ein anderes landwirtschaftliches Erzeugnis verbindet man mit Kanada wie den Ahornsirup. In unserer Urlaubsregion gibt es noch einige wenige Kleinerzeuger dieser Delikatesse. Diese zapfen im Frühjahr mit einem Zapfhahn (!) die Ahornbäume in dem kleinen Wäldchen hinter der Farm an, und fangen den Saft in Gefäßen auf. Wichtig ist es, die Bäume nicht auszubluten, damit sie auch im nächsten Jahr wieder geerntet werden können. Dieser dünnflüssige Saft wird dann reduziert (eingekocht) und es entsteht der leckere Ahornsirup. Wer einmal bei der Herstellung zugeschaut hat, versteht, dass in einer kleinen Flasche viel Mühe und Zeitaufwand steckt. Aber wie leicht vergisst man dies, wenn man den Ahornsirup zu frischen Pfannkuchen genießt!

Tip: Kinder und andere Naschmäuler freuen sich über dieses Urlaubssouvenir.

 

Auf Schatzsuche

Beim Osterspaziergang entdeckten wir unweit von unserem Ferienhaus einen Mann mit einem Metalldetektor mitten in einem Feld. Konzentriert suchte er den Boden ab und starrte gebannt auf die Anzeige. Da die indianischen Ureinwohner die Metallbearbeitung nicht beherrschten, waren wir sehr verwundert. Der freundliche Schatzsucher gab uns Auskunft.

Im Februar 1838 überquerte ein 400 Mann starker Haufen von ehemaligen amerikanischen Soldaten und Abenteurern von Sandusky, Ohio kommend den zugefrorenen Eriesee, um das kanadische Pelee Island zu plündern. Den kanadischen Einwohnern gelang es noch über das Eis in Richtung kanadischem Festland zu flüchten und Hilfe zu erbitten. Eilends wurde eine Befreiungsarmee aus kanadischen Soldaten und Bürgermilizen zusammengestellt, um Pelee Island zu befreien. Diese schlug zunächst Quartier am Ufer des Eriesees in der Nähe von unserem Ferienhaus auf, um sich dort zu sammeln und dann die kanadische Insel von den amerikanischen "Raubrittern" zurück zu erobern. Nach weniger als drei Wochen war der Spuk beendet.

Die Fundstücke unseres Schatzsuchers bestanden aus alten Münzen, Militärmedaillen, Knöpfe und Kugeln. Wie er uns gestand war die Suche so faszinierend, dass er das Osteressen versäumt hatte...

 

Auf Al Capone's Spuren

Als wir unser Grundstück kauften erzählte uns der Verkäufer - ein sehr rüstiger Rentner - dass auf dem Grundstück früher ein Haus stand, in dem Al Capone häufiger zu Gast gewesen sei. Richtig an dieser Geschichte ist, dass dort tatsächlich früher ein Haus stand. Ob aber Al Capone dort - wie behauptet - häufig zu Gast war, mag mit recht bezweifelt werden. Unstreitig spielte die Gegend in der Prohibitionszeit eine wichtige Rolle, weil durch die Nähe zu den USA von Kanada aus Schmuggeltouren über den Eriesee ein schnelles lohnendes Unternehmen sein konnten.

"Das erste Mal überquerte er von Ohio kommend mit seinem Ruderboot den Eriesee. Als er das nächste Mal kam, um Ladung aufzunehmen, hatte er einen Außenbordmotor und brauchte nicht mehr zu rudern. Die nächste Überquerung machte er mit seinem neuen großen Boot, das auch eine viel größere Ladung fasste. Er kam nie mehr zurück... Die amerikanische Küstenwache hatte sein Boot versenkt!"

So erging es manchem Kleinunternehmer. Das organisierte Verbrechen aber profitierte davon, dass in Windsor der erstklassige Hiram Walker Whisky destilliert wurde und der Transportweg in die USA relativ kurz war. In Amherstburg, der Nachbargemeinde von unserem Ferienhaus, sollen sich am Ufer einige Kilometer befinden, über die mehr Schnaps transportiert wurde als sonst irgendwo in der Welt. Zu den erfolgreichen Unternehmern gehörte tatsächlich auch Al Capone, von dem man sagte, dass er zwar in den USA ein rauhes Leben geführt hatte, der aber bei seinen Geschäftsreisen nach Kanada regelrecht aufblühte und sich als Gentleman gab. Kein Wunder: Jenseits der Grenze war er ein gesuchter Gewaltverbrecher und Schmuggler - in Kanada der gerngesehene Geschäftsmann, der sich (fast) immer ordentlich benahm. Dennoch ranken sich auch im Umkreis zu unserem Ferienhaus die Gerüchte um Al Capone. Da er lange tot ist, kann er sich hiergegen aber nicht mehr wehren.

 

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